Ma’alot – historische und aktuelle Assoziationen zu diesem Kölner Ort

Eine Zeitleiste

1816
Die Kirche St. Maria ad Gradus (St. Maria zu den Stufen), die zwischen dem Ostchor des Doms und dem Rhein stand, wird abgerissen. Diese Abriss ist Ausdruck zweier Impulse:
1. Die Säkularisierung erleichtert den sorglosen Umgang mit religiösen Gebäuden.
2. Durch den Abriss wird die Sichtachse vom Rhein zum Dom freigegeben; der Dom rückt wieder stärker in das Blickfeld.

1819
Der mittelalterliche Baukran auf dem Westturm des Doms wird erneuert; Impulse zur Wiederaufnahme der Bauarbeiten am Dom werden wahrnehmbar.

1841
Der Dombauverein wird mit königlich-preußischer Genehmigung gegründet.

1880
Fertigstellung des Doms und Jubelfeier.

1945-1975
„Das Köln nach 1945 schenkte dem Platz ostwärts des Doms zunächst keine Aufmerksamkeit, sondern ließ es zu, dass dort über Jahrzehnte die Unordnung einer Omnibusablagerung entstand.“ (Hugo Borger, Zur Geschichte des Museumsplatzes, in: Christoph Brockhaus, Dani Karavan Ma’alot Museumsplatz Köln 1979-1986, Museen der Stadt Köln, 1986, S. 14).

1975
Die Architekten Busmann und Haberer gewinnen den Wettbewerb für den Neubau des Wallraf-Richartz-Museums/Museum Ludwig und er Kölner Philharmonie. Damit wird auch die Neugestaltung des Platzes östlich vom Dom ein Thema.

1978
Der Architekt Busmann trifft Dani Karavan in Florenz.

1979
Karl Ruhrberg, Direktor des Museum Ludwig fragt Dani Karavan an, ob er zur Mitarbeit bei der Platzgestaltung bereit wäre.

1980
Karavan wird in das Projekt eingebunden.

1981
Dani Karavan erhält den Auftrag für die Gestaltung des Platzes.

1981
Mit seinem Beitrag zur Ausstellung „Westkunst“ „Mizrach – Osten, Environment-Skulptur am Wallraf-Richarz-Museum/Museum Ludwig“ nimmt Dani Karavan bereits den Ort und die Ausrichtung der künftigen Arbeit „Ma’alot“ ins Visier: „Mit der Blickrichtung zum Dom wird zugleich auf den Ort verwiesen, an der Museumsneubau entsteht, dessen Exterieur von Dani Karavan in enger Zusammenarbeit mit den Architekten Busmann und Haberer und dem Landschaftsarchitekten Luz wesentlich geprägt werden wird.“ (Karl Ruhrberg in: Dani Karavan, Osten מזרח, Museum Ludwig, Köln 1981, S. 2)

1985
Beginn der Verlegearbeiten für „Ma’alot“.

1986 (21.8.-2.9.)
Fertigstellung und Einweihung von Museum und Ma’alot.

1986    Gründung des Maalot-Quintetts
http://www.westfalenclassics.de/html/maalot.html

1997
KStAz vom 8./9. November 1997 veröffentlicht den Artikel
Ein fast vergessenes Mahnmal“.
Seither kontroverse Diskussion zum Verständnis: Mahnmal oder Kunstwerk? Oder beides?
Seither nehmen Stadtführungen einen Hinweis auf Ma’alot verstärkt in ihr Programm auf. Diverse Stadtführungen der Melanchthon-Akademie mit dem Schwerpunkt „Ma’alot und jüdisches Leben in Köln“

2009
Die Liberale Jüdische Gemeinde Gescher LaMassoret e.V. verliest am Jom HaShoah (Holocaust Gedenktag) öffentlich auf dem Ma’alot-Platz die Namen von 7000 jüdischen Kölnerinnen und Kölnern, die in der Schoah ermordet wurden.

2010
Am 29. 7. 2009 gründet sich die Bürgerinitiative  (BI)
Kölner Bürgerinnen und Bürger für Ma’alot“
 mit dem Ziel die Verwahrlosung und allmähliche Zerstörung des Kunstwerks aufzuhalten.

2011 (25 Jahre Ma’alot)
Am 31. 1. Sendet der WDR einen Beitrag zu „Ma’alot Köln – Heinrich Böll Platz“

KStAz vom 9.2. berichtet über „Verwahrloste Meisterwerke“.

Am 6. 4. geht es im Rahmen der Jüdischen Kulturtage NRW 2011 um das Thema „Das Kunstwerk Ma’alot in Bildern und Gesängen“.

Am 16.5. findet ein Chorsingen mit 200 Sängerinnen und Sängern aus Israel und Deutschland auf Ma’alot statt zur Feier des JNF(Jewish National Fund)/KKL (Keren Kajemet Lejisrael) statt.

Am 25. 5. lädt die Stadt auf Betreiben der BI den Künstler, die Architekten, Sachverständige und Vertreterinnen und Vertreter der BI zu einer Beratung über die künftige Reparatur und Pflege des Kunstwerks ein.

Am 27. 5. zitiert die Kölner Presse Dani Karavan mit der Schlagzeile „Ich habe wieder Hoffnung“.

Am 15. 6. widmet das hdak (Haus der Architektur Köln) in Zusammenarbeit mit der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit ihre „Stunde der Baukultur“ dem Thema Ma’alot.

Am 8. 9. wird die Ausstellung „25 Jahre Ma’alot“ mit einer Vernissage in der Lutherkirche eröffnet.

Am 19. 9. wird im Café Restaurant Ludwig im Museum mit Musik des Ma’alot-Quintetts, mit einer Performance des Karavan Ensemble London („Site-specific Performance“) und mit dem Festvortrag von Prof. Dr. Christoph Brockhaus, sowie mit Gesprächen mit dem Künstler Dani Karavan und dem Architekten Prof. Busmann das Fest zum 25jährigen Bestehen des Kunstwerks begangen.
http://maalot25.de/wordpress/galerie/

Am 20. 9. wird die Ausstellung in der Lutherkirche mit einer Finissage abgeschlossen.