Busman_Karavan_Brückenweg

Botschaft  von Peter Busmann und Dani Karavan zum Pfingstmontag 2017 in Köln

PETER BUSMANN

Liebe Teilnehmer des 6. ökumenischen Brückenwegs!

Ich begrüße Sie hier inmitten des 1986 fertiggestellten Dom-Rhein-Projekts. Diese Mitte hat der israelische Künstler Dani Karavan zusam-men mit uns Architekten als Gesamtkunstwerk gestaltet.

In wunderbarer Weise ist er auf den Geist des Ortes und seine Ge-schichte eingegangen, hat die der Architektur zugrunde liegenden Elemente und Maße aufgegriffen, die alle mit Körper und Geist des Menschen zu tun haben:  an erster Stelle nenne ich die Zahl 9, Quersumme von 4 (K r e u z) und 5 (G o l d e n e r   S c h n i t t, der allen Proportionen des menschlichen Körpers zugrunde liegt).

Früher stand hier zwischen Dom und Rhein die Kirche Maria ad Gradus, inmitten von Stufen (daher der Name!), über die Pilger und Besucher hinauf zum Dom gestiegen sind.

Das Element   S t u f e n   ist das beherrschende Thema der gesamten Architektur von Museum und Philharmonie   u n d   dank Dani Karavan auch der leeren Mitte, des Platzes, den er MA‘ALOT genannt hat, das hebräische Wort für Stufen, dessen Bedeutung er hier geistig überhöht hat. Auch   g e i s t l i c h, man denke nur an die Ma’alot-Psalmen 120-134.

Ich spreche hier nicht nur als Architekt, sondern auch im Namen der Initiative   B ü r g e r / i n n e n   f ü r  M a ‘ a l o t , die sich seit Jahren dafür einsetzt, dass das Kunstwerk im Herzen von Köln die ihm gebührende Beachtung erfährt und – jetzt endlich – von der Stadt angemessen gepflegt wird. Man erinnere sich: K u l t u r   kommt aus dem Lateinischen und bedeutet nichts anderes als:  d a s,   w a s   m a n   p f l e g e n   m u s s.

Wir haben Dani Karavan gebeten, uns für den heutigen Tag eine Gruß-botschaft zu schicken.

Ich habe sie aus dem Englischen übersetzt und sie lautet:

DANI KARAVAN

Ich bedaure, dass ich nicht persönlich am Kölner Brückenweg und an dessen Abschlussveranstaltung auf dem von mir geschaffenen Werk Ma’alot  teilnehmen kann.

MA’ALOT bedeutet auf hebräische „Stufen hinaufgehen“.

Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen uns, dass man sich nicht auf den Himmel verlassen kann, um Frieden zu erreichen.

Wir sollten alles tun, selbst Frieden zu bringen, den Kindern, den Müttern, und überhaupt vor allem den Menschen, die in den gegenwärtig stattfindenden und zukünftigen Kriegen in Gefahr sind, ihre Heimat und ihr Leben zu verlieren.

Heute sind die Straßen voll von Menschen, die aus Angst vor Tod und Verfolgung auf der Flucht sind.

Ich frage:  Wie können wir es fertigbringen, das Töten zu beenden, welches Menschen in die Flucht aus ihrer Heimat treibt?

Ich nehme die Aktion in Köln und diese Botschaft zum Anlass, erneut meine Regierung aufzufordern, die Besetzung Palästinas zu beenden, damit Palästinenser in Frieden ihre Häuser bauen und in ihnen leben können.